Gemeinsam im Wandel: Der Mensch im Mittelpunkt unserer Arbeit

In einer Zeit des technologischen Umbruchs und wachsender Belastungen bleibt eine Konstante unverzichtbar: der Mensch.

Marcus Stillwell und Martin Doll stehen vor einer hellen Wand und blicken lächelnd in die Kamera.

Im Interview mit Marcus Stillwell und Martin Doll, Personalrat

Marcus Stillwell (Personalratsvorsitzender) und Martin Doll (stellvertender Personalratsvorsitzender) blicken im Gespräch auf das Jahr 2025 zurück. Sie berichten von den Erfolgen bei der körperlichen Entlastung, den Herausforderungen der Digitalisierung und ihrem unermüdlichen Einsatz für Gesundheit und Wertschätzung im Studierendenwerk Osnabrück.

Rückblick auf das Jahr 2025: Was waren aus Sicht des Personalrats die prägenden Veränderungen?

Martin: Ein großes Thema war die fortschreitende Digitalisierung. Wir haben die Lohnabrechnung und Urlaubsanträge auf digitale Verfahren umgestellt. Das bietet Vorteile, stellt aber gerade ältere Kolleginnen und Kollegen oder Mitarbeitende ohne eigenen PC vor Hürden. Hier leisten wir als Personalrat und die Einrichtungsleitungen viel Hilfestellung.

Marcus: Baulich und technisch hat sich ebenfalls viel getan. Ein echtes Highlight war der Austausch der Wärmewagen in der Mensa Schlossgarten. Früher mussten schwere Behälter von oben in die Wagen gehoben werden, was eine enorme Belastung für Rücken und Schultern war. Die neuen Wagen lassen sich von vorne bestücken. Das ist eine spürbare körperliche Entlastung im Arbeitsalltag.

Das Thema „Gesundheit“ scheint ein zentraler Pfeiler Eurer Arbeit zu sein. Wie nachhaltig agiert das Studierendenwerk hier?

Martin: Gesundheit ist für uns ein Menschenrecht, völlig unabhängig von der Entgeltgruppe. Das Studierendenwerk hat 2025 eine umfassende Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen gestartet, die von einer externen Organisation begleitet wird. Unser Ziel ist es, präventiv zu handeln, bevor Belastungen kritisch werden. Die Ergebnisse werden uns 2026 in Form von Workshops begleiten, um konkrete Verbesserungen umzusetzen.

Marcus: Es geht darum, Verschleiß vorzubeugen. In der Gemeinschaftsverpflegung arbeiten die Menschen unter hoher Taktung. Wenn man jahrelang die gleichen schweren Handgriffe macht, hinterlässt das Spuren. Jede Maßnahme zur Entlastung – wie die neuen Wagen oder höhenverstellbare Schreibtische in der Verwaltung – ist eine Investition in die Zukunft unserer Mitarbeitenden.

Veränderung heißt für mich, Strukturen zu schaffen, in denen Leistungsanspruch und Fürsorge kein Widerspruch sind.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) sind in aller Munde. Wo seht Ihr Chancen und wo Risiken für die Belegschaft?

Marcus: Wir verschließen uns dem Fortschritt nicht, aber wir haben Sorge, dass durch KI wertvolle Arbeitsplätze wegfallen. Kassenarbeitsplätze waren früher oft „Entlastungsplätze“, an denen man sich von der schweren körperlichen Arbeit in der Küche kurzzeitig erholen konnte. Wenn diese durch Selbstscanner-Kassen ersetzt werden, fällt diese wichtige Rotation weg.

Martin: Technik kann vieles, aber sie hat Grenzen. Unsere Qualität definieren wir über Handarbeit. Ob bei unseren Bowls mit acht bis neun Handgriffen beim Anrichten oder bei der Eigenproduktion von Bratlingen – das kann keine Maschine in dieser Liebe zum Detail leisten. Der „Faktor Mensch“ bleibt unser wichtigstes Alleinstellungsmerkmal gegenüber industriellen Großverpflegern.

Neben der Technik spielt auch die Unternehmenskultur eine große Rolle. Seit 2025 gibt es z.B. das Angebot des Geschäftsführers an alle Kolleginnen und Kollegen, im Sinne von „#gerneperdu“ zum Du überzugehen. Wie hat sich das Miteinander im Studierendenwerk aus Eurer Sicht entwickelt?

Marcus: Die Du-Kultur ist ein Signal für mehr Augenhöhe. Aber wir fordern auch weiterhin echte Transparenz und Wertschätzung ein. Kommunikation darf nicht nur ein Schlagwort sein; sie muss im Alltag gelebt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass das gesprochene Wort zählt und dass Entscheidungen nicht hinter verschlossenen Türen fallen. Ein neues Konzept ist die Teambildungsmaßnahme anstelle des freien halben Tages am Geburtstag. Wie wird das angenommen?

Martin: Sehr positiv! Jedes Team erhält pro Kopf ein Budget und entscheidet gemeinschaftlich, was unternommen wird – ob Bowling, Boßeln oder ein gemeinsames Essen. Das stärkt den Zusammenhalt enorm.

Es ist wichtig, dass wir uns als Mannschaft verstehen, besonders wenn es durch personelle Engpässe mal stressiger wird.

Zum Abschluss: Was ist Eure Vision für das kommende Jahr?

Marcus: Wir dürfen uns nicht „kaputt sparen“. Stellen müssen nachbesetzt werden, um den Krankenstand stabil zu halten und die Belastung für den Einzelnen fair zu gestalten. Wir sind mit einer der besten Dienstleister in unserer Branche, weil unsere Leute exzellente Arbeit leisten.

Martin: Wir werden genau hinschauen, wie die Ergebnisse der Gesundheitsbefragung umgesetzt werden. Der Betriebsrats-Alltag ist oft harte Arbeit an der Basis ohne viel Lobhudelei. Aber wenn wir am Ende des Tages erreichen, dass die Kolleginnen und Kollegen gesund und zufrieden nach Hause gehen, dann haben wir unseren Job richtig gemacht.